Philipp
Volksmund
Sturm der
Entrüstung
VÖ: 02.08.2019

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  • 25.07. Tettnang, Schlosspark
  • 28.07. Berlin, Zitadelle
  • 03.08. Eckernförde, Am Strand
  • 04.08. Westerland/Sylt, Flughafen
  • 10.08. Osterholz-Scharmbeck, An der Stadthalle

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Es war im Sommer 1983. Auf der Mutlanger Heide, in der Nähe von Schwäbisch Gmünd, begannen große Proteste der Friedensbewegung gegen die geplante Stationierung von sogenannten „Pershing-Raketen“. Es sollte eine Raketenbasis der US Army entstehen und ein „Gegengewicht“ zu den von der Sowjetunion entwickelten nuklearen Mittelstreckenraketen hergestellt werden.

Da ich aus einem politischen Elternhaus komme, nahmen mich meine Eltern natürlich mit zu den Demonstrationen. Ich sehe mich noch heute als kleiner Stepke, eingereiht in die langen „Friedensketten“ gegen Gewalt und Aufrüstung zwischen den Schriftstellern Heinrich Böll und Günter Grass, Politiker Oskar Lafontaine, Rhetoriker Walter Jens und Liedermacher Wolf Biermann.

Gewalt, lautete das allgemeine Kredo, kann kein Mittel zur Lösung von Konflikten sein, auch nicht von großpolitischen. Das ökumenische Friedenscamp von 1983 auf der Mutlanger Heide gebrauchte dafür bald noch ein anderen prägenden Satz: „Das weiche Wasser bricht den Stein.“ Dass das Wort MUT im Ort Mutlangen steckt, ist für mich ein Zeichen.

Obwohl ich als 4jähriger natürlich noch längst nicht die großen Zusammenhänge und kompletten Hintergründe verstanden habe, trage ich diesen Geist und die Überzeugung eines friedlichen Zusammenlebens noch bis heute in mir. „Frieden schaffen ohne Waffen“ ist seitdem tief in mir verankert.

Wenn man in den letzten Jahren die Rüstungsexporte verfolgt hat, wird es einem Angst und Bange. Allein 2018 wurden Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter aus Deutschland im Wert von 4,8 Milliarden Euro erteilt. Deutschland steigerte seine Waffenexporte um 13 Prozent. Von 2014 bis 2018 lag sein Anteil am weltweiten Waffenhandel bei 6,4 Prozent (Quelle: Studie des Friedensforschungsinstituts Sipri, Stockholm). Warum stellt man Gerätschaften her, mit denen man töten kann? Was für mich als 4jähriger schon unbegreiflich war, ist für mich heute noch so und alles andere als eine naive Frage.

Wir brauchen keine Waffen! Wir brauchen Mut, Respekt, Vielfalt, Austausch & Offenheit. Wir müssen abrüsten statt aufrüsten! Wir müssen entrüstet sein! Wo ist der Aufschrei, wie damals in Mutlangen?

„Wo ist der Sturm der Entrüstung, wenn man ihn so dringend braucht?“

Euer